Wurzelkanalaufbereitung, Wurzelkanalinstrumente

Wurzelbehandlung

Die mögliche Wiederverwendung von Endoinstrumenten (Wurzelkanalfeilen) ist in der jüngsten Zeit in den Blickpunkt des Interesses gerückt.

Grundsätzlich muß man beim Einsatz von Wurzelkanalinstrumenten (Nickel-Titan-Feilen/Reciproc®-System/Wave-one™ oder Handfeilen) mit der Möglichkeit einer Ansteckungsgefahr (Kreuzkontamination) von Patient zu Patient rechnen.
Aufgrund der aktuellen Datenlage weiß man, daß einmal benutzte Endofeilen nicht nur bruchgefährdet sind, sie können auch nicht mehr ausreichend gereinigt und sterilisiert werden (Beratungsausschuß für spongiöse Enzephalopathie 2006).

Schneider et al konnten 2007 in einer Studie Prionen in menschlichem Pulpagewebe nachweisen. Die Gefahr neurodegenerativer Erkrankungen (Creutzfeld-Jakob-Erkrankung) durch Prione (Proteinstrukuren) wird als hoch eingeschätzt, da diese Proteinstrukturen nicht durch Hitze (z.B. Dampfsterilisation) zerstört werden können.

Wurzelbehandlung Aachen files/bosman/images/wurzel2.jpg
Quelle: Dr. David Sonntag,
Philipps-Univ. Marburg
 Quelle: Dr. David Sonntag,
Philipps-Univ. Marburg

 

Es wurden Pulpabestandteile, Dentinpartikel und organisches Debris auf rotierenden Nickel-Titan-Instrumenten nachgewiesen, die sich trotz intensiver Reinigungs- und Desinfektionsverfahren in Oberflächenrissen festgesetzt hatten (Sonntag/Peters 2007). Aus diesem Grunde sollten endodontische Instrumente nur als Einwegartikel zum Einsatz kommen. Dadurch kann einer vorzeitigen Materialermüdung und Fraktur (Nadelbruch) sowie einer möglichen Kreuzkontamination vorgebeugt werden.

Um die o.g. Risiken auszuschließen, werden in unserer Zahnarztpraxis fabrikneue, steril verpackte Wurzelkanalfeilen verwendet.